WOVON LEBT DER MENSCH

Das ist ein Bild aus New York. Ich habe es gemacht, als ich vor zwei Jahren für einige Wochen dort war. Es war eine gute Zeit – das sehe ich, wenn ich mir die Bilder von damals anschaue. Es war Frühling, so wie jetzt. Und doch sind es Bilder wie aus einem anderen Zeitalter. Das wurde mir besonders klar, als ich vor kurzem einen Text von Marie Pohl las. Sie lebt in New York und erzählt, wie sie ihre Stadt in den letzten Wochen erlebt hat.
Als ich dann durch Zufall vor ein paar Tagen den Brecht/Weill-Song “Wovon lebt der Mensch” aus der Dreigroschenoper in einer Version von Tom Waits gehört habe, dachte ich, das gehört alles zusammen …

Und hier das Original, 1958 gesungen von Lotte Lenya:

Und dann heute die New York Times

42 SEKUNDEN

Das ist ein Augenblick. Er gehört zur Geschichte des Kurzfilms LAST DAY DREAM von Chris Milk. Der Amerikaner macht hauptsächlich Musikvideos, doch hier erzählt er die Geschichte eines Lebens, und zwar aus der Perspektive dessen, der es gelebt hat. Vom Anfang bis zum Ende. In nur 42 Sekunden. Berührend.

HUMAN

Das ist ein Fischer auf dem Léfini River im Kongo. Das Bild hat der französische Fotograf und Filmemacher Yann-Arthus Bertrand gemacht. Es ist schon eine Weile her, dass er zwei Jahre lang mit einem Filmteam durch die Welt gereist ist, sie von oben filmte und Interviews mit zweitausend Menschen geführt hat.
Was ist dein Schmerz, dein Zorn, deine Hoffnung – das waren die Fragen, die er ihnen gestellt hat. Er sagt, er habe gelernt, dass unsere Spezies voll von Menschlichkeit und Empathie sei. Doch genauso trügen wir die Fähigkeit zur Grausamkeit in uns. Und dass man wählen könne, wofür man sich entscheide.
HUMAN heißt der ebenso berührende wie verstörende Film, der vor ein paar Jahren im Kino lief, und den man hier in deutscher Sprache sehen kann. Das ist der Trailer.

SCHÖNE SCHLECHTE AUSSICHTEN

Das ist Jonas. Jonas lebt in Brooklyn und verkauft auf der Straße Regenschirme. Doch es will und will einfach nicht regnen.
THE DROUGHT (Die Dürre) ist ein berührender Kurzfilm über Sehnsucht, Einsamkeit und Loyalität.

NEIN, ABER …

Das sind Schneeglöckchen. Ich habe sie bereits Ende Januar fotografiert, fand diese Tatsache allerdings so deprimierend, dass ich sie erst jetzt hier reinklebe.
Damit es nicht so deprimierend ist, gibt’s hier unten einen schönen Trailer vom neuen Film von Wes Anderson, auch wenn der erst im Sommer kommt. Aber dann ist ja auch gleich wieder Herbst.

SOCKEN WECHSELN UND FROH BLEIBEN

Das ist eine Liste mit 33 “guten Vorsätzen”, erstellt vom Folksänger Woody Guthrie am 1. Januar 1943. Sie umfasst Körperhygiene (Zähne putzen, so vorhanden), Arbeitsroutinen (Jeden Tag einen Song schreiben), politische Aktivitäten (Beat Fascism) und seelische Verfasstheit (Hoffnungsmaschine am Laufen halten). Wenn man auf das Bild klickt, wird es etwas größer, aber ich hab die 33 Punkte hier unten auch nochmal aufgeschrieben:

1. Work more and better
2. Work by a schedule
3. Wash teeth if any
4. Shave
5. Take bath
6. Eat good — fruit — vegetables — milk
7. Drink very scant if any
8. Write a song a day
9. Wear clean clothes — look good
10. Shine shoes
11. Change socks
12. Change bed cloths often
13. Read lots good books
14. Listen to radio a lot
15. Learn people better
16. Keep rancho clean
17. Dont get lonesome
18. Stay glad
19. Keep hoping machine running
20. Dream good
21. Bank all extra money
22. Save dough
23. Have company but dont waste time
24. Send Mary and kids money
25. Play and sing good
26. Dance better
27. Help win war — beat fascism
28. Love mama
29. Love papa
30. Love Pete
31. Love everybody
32. Make up your mind
33. Wake up and fight

Und hier der Künstler bei der Arbeit …