UNEINSAME INSEL

Das ist die Karibikinsel Santa Cruz del Islote. Sie liegt etwa zwanzig Kilometer vor der kolumbianischen Küste, ist 1,2 Hektar groß und gilt mit ihren ca. 1200 Bewohnern als die Insel mit der größten Bevölkerungsdichte (davon 65 Prozent junge Menschen).
Die Insulaner beziehen den Strom aus Solarenergie, es gibt eine Gesundheitsstation und keine Polizei, weil es so gut wie keine Kriminalität geben soll.
Die Menschen sagen, sie seien trotz ihres bescheidenen Lebens zufrieden, da sie keine großen Ausgaben haben. Magischer Realismus!

ES WAR EINMAL IN OST-BERLIN


Foto: Eva Brüggemann

Das ist Ost-Berlin 1969. Das Foto wurde vom Dach des “Hauses der Statistik” gemacht, das damals gerade gebaut wurde und heute nur noch ein Schatten seiner selbst ist.
Von Mai bis November gibt es im Stadtmuseum eine große Ausstellung über Ost-Berlin, in der es weniger um Geschichtsaufarbeitung gehen wird, als vielmehr darum, Geschichten über den Alltag dieser “halben Hauptstadt” zu erzählen.  Parallel dazu gibt es eine Website, die man sich jetzt schon angucken kann.
Und ein Buch gibt es auch. Das ist schon erschienen und sehr schön und interessant.

Ich durfte auch was reinschreiben in dieses Buch und hab eine kleine Playlist gemacht. Zum Beispiel mit diesem Song.

RUPPICH oder EIN TAG IM KNAST

Das ist eine Tür. Sie führt in die JVA Neuruppin-Wulkow. Ich war noch nie im Knast, kannte ihn nur aus Filmen und Reportagen und aus einer Tagebuchnotiz meines Bruders Thomas.

In der Einzelhaft muss man sechzehn Stunden am Tag nachdenken, wenn man keine Bücher hat und wenig Gedichte und Lieder auswendig kennt. Man muss nachdenken. Zuerst habe ich über Leute nachgedacht, aber das reichte nur für zwei Tage. Dann habe ich über den Grund nachgedacht, für den ich im Gefängnis war. Märtyrer, Kämpfer, Beleidigter – diese Rollen haben für zwei Tage Denkstoff gegeben. Dann musste ich über mich nachdenken, ich konnte nichts anderes tun auf dem Hocker. Und ich habe gemerkt, dass ich es zum ersten Mal tue.

Dann kam diese Anfrage: Wir machen einen Podcast mit Gefangenen, hast du Lust? – Klar. Soziales Engagement ist prima, aber vor allem war es Neugier, die mich zusagen ließ. Also bin ich durch diese Tür gegangen. Und durch die nächste und die übernächste. Und ich habe fünf Gefangene kennengelernt. Fünf Leute, mit denen ich vermutlich sonst nie ins Gespräch gekommen wäre. Und das nicht nur, weil sie aus einer anderen Gegend kommen als ich. Ich hab mich wohlgefühlt mit ihnen. Und ich habe einiges gelernt.