DAS MÖRDERISCHE TIERALPHABET

Das ist ein Tintenfisch. Er befindet sich in einer ziemlich unkomfortablen Lage, die er nicht überleben wird. Genauso wie die fünfundzwanzig anderen Tiere, von denen der Beutelratten-Vater den Kindern in seiner Gutenachtgeschichte erzählt.
Inspiriert von den morbiden Bildergeschichten von Edward Gorey sterben hier alle Kreaturen in alphabetischer Reihenfolge einen sehr überraschenden Tod.
ACCIDENTS, BLUNDERS & CALAMITIES ist ein schaurig-schöner Trickfilm aus Neuseeland (mit interessantem Twist am Schluss).

Weiterführende Informationen:
Edward Gorey bei Wikipedia
Edward Goreys Bücher im Lilienfeld-Verlag

SOCKEN WECHSELN UND FROH BLEIBEN

Das ist eine Liste mit 33 “guten Vorsätzen”, erstellt vom Folksänger Woody Guthrie am 1. Januar 1943. Sie umfasst Körperhygiene (Zähne putzen, so vorhanden), Arbeitsroutinen (Jeden Tag einen Song schreiben), politische Aktivitäten (Beat Fascism) und seelische Verfasstheit (Hoffnungsmaschine am Laufen halten). Wenn man auf das Bild klickt, wird es etwas größer, aber ich hab die 33 Punkte hier unten auch nochmal aufgeschrieben:

1. Work more and better
2. Work by a schedule
3. Wash teeth if any
4. Shave
5. Take bath
6. Eat good — fruit — vegetables — milk
7. Drink very scant if any
8. Write a song a day
9. Wear clean clothes — look good
10. Shine shoes
11. Change socks
12. Change bed cloths often
13. Read lots good books
14. Listen to radio a lot
15. Learn people better
16. Keep rancho clean
17. Dont get lonesome
18. Stay glad
19. Keep hoping machine running
20. Dream good
21. Bank all extra money
22. Save dough
23. Have company but dont waste time
24. Send Mary and kids money
25. Play and sing good
26. Dance better
27. Help win war — beat fascism
28. Love mama
29. Love papa
30. Love Pete
31. Love everybody
32. Make up your mind
33. Wake up and fight

Und hier der Künstler bei der Arbeit …


HERR TROLLER UND HERR BRASCH

Das sind Thomas Brasch und Georg Stefan Troller. Das Bild entstand 1977 bei Dreharbeiten, als der Journalist und Schriftsteller Troller einen Film über den Schriftsteller Brasch machen wollte, der gerade von Ost- nach Westberlin übergesiedelt war. Die Dreharbeiten gestalteten sich schwierig, weil Brasch keine Lust hatte, sich vereinnahmen zu lassen.
Das kann man jetzt auch nachlesen in Trollers Buch Liebe, Lust und Abenteuer – 97 Begegnungen meines Lebens.
Hier der Abschnitt über meinen Bruder und darunter die entsprechende Szene dazu.



Interessanterweise hat Troller in seinem Text auf die Pointe verzichtet. Nachdem der Filmemacher nämlich sagte, er wolle nur, dass das Schnitzel (also Brasch) nach sich selber schmecke, reagierte der Schriftsteller sehr lakonisch …

TEMPTATION!


Foto: Anton Corbijn

Das ist Tom Waits. Heute wird er siebzig, da werden Internet und Presse vermutlich voll sein mit Huldigungen. Deshalb schreibe ich mal lieber nicht so viel, obwohl ich auch schon sehr lange gerührt und bewegt bin von diesem Mann. Ich klebe da unten einfach ein paar Sachen rein, die ich gut finde. Viel Spaß.






BLAUDUNKLE LIEDER


(Foto: xenorama)

Das ist Masha Qrella. Sie ist eine Künstlerin, die es vermag, Dunkelheit und Melancholie in leuchtende Musik zu legen. Das hat sie mit ihren eigenen Songs getan, und das tut sie jetzt auch mit den Texten von Thomas Brasch. Wenn man seine Gedichte kennt, kann man sich oft nicht vorstellen, dass und wie sie vertont werden könnten. Masha hat es getan, und es “funktioniert” nicht nur, sie gibt dieser Poesie zudem einen ganz eigenen Raum, ohne sie darin einzusperren.
WOANDERS heißt ein Abend mit diesen Songs und Räumen. Neben ihrer Band (Chris Imler und Andreas Bonkowski) sind als Gäste dabei: Tarwater, Dirk von Lowtzow, Andreas Spechtl und ich.
Heute ist Premiere im HAU. Die ist leider ausverkauft, aber es gibt weitere Vorstellungen am 5., 6. und 7. Dezember, jeweils 20 Uhr. Im nächsten Jahr kommt wahrscheinlich eine Platte, das ist gut … Und hier ist Masha mit einem ihrer eigenen schönen Songs.

MAHNA MAHNA

Das ist eine Skizze von Jim Henson. Der Entwurf für eine Puppe, die in einem Sketch auftreten soll, der in die Geschichte eingehen wird. Das war vor fünfzig Jahren (27. November 1969) in der Sesamstraße und ging so:

In einer späteren Version von 1976 treten die Zwillingsmonster The Snowths als Background-Sänger auf, und der gemaßregelte Solist wird am Ende gänzlich die Nerven verlieren:

1996 spielt Sandra Bullock in einer Episode der Muppet Show eine Psychiaterin, die sich eines Problems von Kermit annimmt. Er glaubt, seltsame Kreaturen zu sehen, wenn er das Wort “Phänomene” sagt.

Und hier schließlich das italienische Original aus dem Jahr 1968. Das Lied gehört zum Soundtrack des italienischen Films SCHWEDEN – HIMMEL UND HÖLLE.