MENSCHEN AM SONNTAG

Das ist die Straße des 17. Juni in Berlin. Sie ist menschenleer, so wie auch all die anderen Orte, die der Fotograf und Filmproduzent Peter Hartwig fotografiert hat. Er nennt die Serie “Menschen am Sonntag” – ein sehr schöner melancholischer Titel für Bilder, in denen man die Stille sehen kann.

EINE KLEINE GESCHICHTE DER KRISE

Das ist der Philosoph Immanuel Kant. Kurz vor seinem Tod soll er gesagt haben: ES IST GUT.
Der Animationskünstler Raphael Vangelis (damals noch Raphael Mayrhofer) nimmt die Worte des Philosophen und macht sie zur Grundlage eines Gedankenexperiments über grenzenloses Wachstum. Dabei mischt er sinnvolle mit sinnlosen Fakten, Statistiken und Prognosen, illustriert sie auf witzige, komplexe und atemberaubende Weise und verwebt alles zu einer ebenso abstrakten wie verstörenden Erzählung mit dem Ergebnis: Grenzenloses Wachstum führt am Ende zu NICHTS.

SCHÖNE SCHLECHTE AUSSICHTEN

Das ist Jonas. Jonas lebt in Brooklyn und verkauft auf der Straße Regenschirme. Doch es will und will einfach nicht regnen.
THE DROUGHT (Die Dürre) ist ein berührender Kurzfilm über Sehnsucht, Einsamkeit und Loyalität.

DIE PRÄZISION DES ABSURDEN

Das ist ein Cartoon von Rube Goldberg. Er erfand den Erfinder Professor Lucifer Gorgonzola Butts, welcher die kompliziertesten Apperaturen konstruierte, um einfachste Tätigkeiten zu verrichten. Diese wiederum inspirierten den New Yorker “Kinetik-Künstler” Joseph Herscher dazu, selbst Maschinen zu bauen, die “so absurd und nutzlos wie möglich” sein sollten …

In etwas größerem Format wurde eine Rube-Goldberg-Maschine im Video der amerikanischen Band OK Go nachgebaut, und zwar von der “Liga der außergewöhnlichen Nerds” (Syynlabs).
(Der Titel des Songs THIS TOO SHALL PASS passt übrigens auch gerade sehr schön).

ERFINDER ERFUNDEN

Das ist der Minister des Königs von Frankreich. Er möchte, dass sein Chef gut ankommt beim Volk, doch das Volk kann den König nicht leiden und findet, dass er aussieht wie ein Schwein.
So ungefähr beginnt die Geschichte DER KÖNIG VOR DEM FOTOAPPARAT, die sich Thomas Brasch über den Erfinder der Fotografie Louis Daguerre ausgedacht hat. Sie ist eines von drei Erfindermärchen, die jetzt im Künstlerband HEUTE WIRD SICH ALLES ÄNDERN von Matthias Mücke erschienen sind. Die anderen beiden handeln von Alexander Graham Bell (Telefon) und Peter Henlein (Taschenuhr).
Diese Geschichten sind voller Phantasie und anarchischem Witz und werden durch die skurril-subtilen Illustrationen von Matthias Mücke zu einem grandiosen Gesamtkunstwerk, das jetzt als Künstlerbuch erschienen ist. Dazu gehört auch ein aufwendig produziertes Hörspiel, das dem Buch beliegt. Hier ein kleiner Ausschnitt …

Sprecher: Stefan Kaminski (Berlin), Stefan Kaminsky (Leipzig) und Marion Brasch
Geräusche: Karlheinz Fabian
Tongestaltung und Mischung: Fritz Dittmann
Regie: Matthias Mücke

Und hier noch eine schöne Aufnahme der Geschichte VOM DICKEN HERRN BELL, DER DAS TELEFON ERFUNDEN HAT, gesprochen vom Schauspieler Rolf Ludwig und als Single 1974 bei LITERA erschienen.

Buchpremiere:
20. April 2020, 20 Uhr, Schloss Schönhausen
15. Juni 2020, 20 Uhr, Roter Salon

NEIN, ABER …

Das sind Schneeglöckchen. Ich habe sie bereits Ende Januar fotografiert, fand diese Tatsache allerdings so deprimierend, dass ich sie erst jetzt hier reinklebe.
Damit es nicht so deprimierend ist, gibt’s hier unten einen schönen Trailer vom neuen Film von Wes Anderson, auch wenn der erst im Sommer kommt. Aber dann ist ja auch gleich wieder Herbst.