SCHNEE IM APRIL

Das ist ein schönes altes Auto. Es steht in Tucson/Arizona und gehört Howe Gelb, der den Schnee in seiner trockenen und heißen Gegend so erstaunlich fand, dass er ihn in Zeitlupe gefilmt hat.

Ich habe dieses Video aus Howe Gelbs Internet geklaut und hier reingeklebt, weil:
– es toll ist
– Howe Gelb einer der großartigsten Musiker ist, die ich kenne
– heute vor sechs Jahren Prince gestorben ist, der einen der schönsten und einsamsten Songs für einen fiktiven toten Freund geschrieben hat

PS: Prince soll den Song am 21. April 1985 aufgenommen haben, genau 31 Jahre vor dem Tag, an dem er starb.
PPS: Zufall
PPPS: Hier kommt das geklaute Howe Gelb-Autovideo in seinem eigenen Video zur Platte NOT ON THE MAP mit dem Colorist Orchstra und Pieta Brown vor:

KOMMT EIN PFERD IN DIE BAR

Das ist ein Autor. Er geht mit drei Dramaturgen in eine Bar und will ihnen einen Witz erzählen. Doch dazu wird es nicht kommen.
Sehr lustige und offenbar nicht selten sehr wahre Geschichte des Filmemachers Craig Griffin.

EINSTEIN IM NADELÖHR

Das ist Albert Einstein. Dass er so lässig in einem Nadelöhr rumstehen kann, verdankt er dem britischen Künstler Willard Wigan, der Mikrobildhauer und Schöpfer der weltweit kleinsten handgefertigten Kunstwerke ist. Aufgewachsen in einer Zeit, als Kinder mit nicht diagnostiziertem Autismus und Legasthenie von Mitschülern und Lehrern verspottet und ausgeschlossen wurden, wendete er sich schon sehr früh dieser Kunst zu.
Er benötigt etwa acht Wochen für eine Nadelöhr-Skulptur und bringt sogar die sprichwörtlichen Kamele da durch. Hier ein paar mehr, und darunter eine Doku über ihn.

PS: Es gibt noch andere großartige Miniaturkünstler … hier zum Beispiel.

DIE VERLASSENE HAUPTSTADT

Das ist der U-Bahnhof Dimitroffstraße (Danziger Straße) in Prenzlauer Berg. Fotografiert von Günter Steffen an irgendeinem Sonntagmorgen in Ostberlin. In den 80er Jahren ist der Fotograf oft durch die Straßen seiner Stadt gestreift und hat sie menschenleer fotografiert. Er hat sich ein Objektiv aus Japan besorgt, von dem er sich gute Aufnahmen erhoffte. Doch das Objektiv legte über jedes seiner Bilder einen Schleier, der die Aufnahmen ganz unwirklich erscheinen lässt – wie eine dystopische Traumsequenz.
Jetzt sind die Fotos im Bildband DIE HAUPTSTADT – Ostberlin in den Achtzigern erschienen (Herausgeber: Günter Jeschonnek). Begleitet werden die Bilder durch Ausschnitte aus dem bedrückenden Roman WIR von Jewgeni Samjatin, der möglicherweise Aldous Huxley zu SCHÖNE NEUE WELT inspiriert haben könnte.