DIE BUCHSTABENSAMMLER

Das ist ein A. Es gehörte bis 2008 zum Schriftzug des Modegeschäftes EBBINGHAUS an der Leipziger Straße in Berlin-Mitte. Als der Laden schloss, drohte der Leuchtreklame die Verschrottung, doch sie wurde gerettet und gehört jetzt zur schönen und beeindruckenden Sammlung des ersten Buchstabenmuseums der Welt, zu der neben einzelnen Buchstaben auch komplette Schriftzüge gehören, wie zum Beispiel die legendäre Leuchtreklame der Zoohandlung am Frankfurter Tor.

Das Buchstabenmuseum musste ein paarmal umziehen, doch jetzt hat es einen Ort gefunden, an dem es hoffentlich lange bleiben wird – im Hansaviertel. Dort erzählt es nicht nur etwas über die Entwicklung von Typografie und Gebrauchsgrafik, sondern auf sehr ungewöhnliche und sinnliche Weise auch von der Geschichte der Stadt. Hier ein Reklamefilm aus dem Jahr 2015, als sich das Museum noch in der ehemaligen Kaufhalle an der Jannowitzbrücke befand.

I’M OK

Das ist der österreichische Maler Oskar Kokoschka in einem Selbstporträt von 1918. Nachdem drei Jahre zuvor seine leidenschaftliche Liebesbeziehung mit Alma Mahler auf dramatische Weise endete, meldete er sich freiwillig an die Front und wurde verwundet.
Die Filmemacherin Elizabeth Hobbs erzählt zur Musik von Glucks “Orpheus und Eurydike” in einer rauschhaften Animation von Tuschebildern, die Kokoschka in dieser Zeit malte, wie der Künstler während des Rücktransports aus Russland Flashbacks zwischen Liebestaumel und Kriegstrauma erlebt.

GRANDPA, DER PIXELMALER

Das ist ein Gemälde aus Pixeln. Gemalt hat es Hal Lasko aus Cleveland/Ohio im Jahr 2013. Früher hat er Wetterkarten gezeichnet, war Typograph und entwarf Schriftzüge. Als er mit zunehmendem Alter immer mehr sein Augenlicht einbüßte, schenkte ihm seine Familie einen Computer und sein Enkel zeigte ihm das Programm Microsoft Paint. Das veränderte das Leben des damals 85jährigen Mannes, den alle nur Grandpa nennen. Fortan saß er zehn Stunden täglich am Rechner und schuf seine Pixelgemälde.
Ein schönes Porträt eines erstaunlichen Mannes.

ZEYCHEN UND WUNDER

Das ist AG GEIGE. Sieht aus wie eine Band, war aber eine Arbeitsgemeinschaft (AG), in der multimedial mit Musik und Kunst experimentiert wurde. 1986 in Karl-Marx-Stadt gegründet, beschenkten sie die Welt etwa sieben Jahre lang mit bizarrer Musik, dadaistischen Texten und faszinierenden Shows. Man nannte sie auch die “Residents des Ostens”.
Warum ich das hier reinklebe? Weil die AG GEIGE mehrfach bei den 100 besten Ostsongs auftaucht, die bei radioeins am kommenden Sonntag gespielt werden.

Eines der Mitglieder der AG GEIGE ist der Bildende Künstler Jan Kummer, der nicht nur sehr gute Bilder malt, sondern auch sehr gute Kinder hat, die ihrerseits in den sehr guten Bands KRAFTKLUB und BLOND spielen. Hier ein wenig Anschauungsmaterial von BLOND.

Es gibt übrigens auch einen schönen Film über die AG GEIGE. Hier ist der Trailer: