ZEYCHEN UND WUNDER

Das ist AG GEIGE. Sieht aus wie eine Band, war aber eine Arbeitsgemeinschaft (AG), in der multimedial mit Musik und Kunst experimentiert wurde. 1986 in Karl-Marx-Stadt gegründet, beschenkten sie die Welt etwa sieben Jahre lang mit bizarrer Musik, dadaistischen Texten und faszinierenden Shows. Man nannte sie auch die “Residents des Ostens”.
Warum ich das hier reinklebe? Weil die AG GEIGE mehrfach bei den 100 besten Ostsongs auftaucht, die bei radioeins am kommenden Sonntag gespielt werden.

Eines der Mitglieder der AG GEIGE ist der Bildende Künstler Jan Kummer, der nicht nur sehr gute Bilder malt, sondern auch sehr gute Kinder hat, die ihrerseits in den sehr guten Bands KRAFTKLUB und BLOND spielen. Hier ein wenig Anschauungsmaterial von BLOND.

Es gibt übrigens auch einen schönen Film über die AG GEIGE. Hier ist der Trailer:

SONGBOOK – GODOT (2)

Das ist Godot. Er findet es nicht gut, dass er auf einem Behördenbrief sein muss, aber manchmal ist das Leben so.
Vor einer Woche hab ich hier eine alte Radiosendung reingeklebt. Als Titel steht jetzt Godot drüber, weil ihm jemand diesen Namen gegeben hat. Es ist nicht sicher, ob es sich tatsächlich um jenen Godot handelt, auf den Wladimir und Estragon vergeblich warten, könnte aber gut sein. Wie auch immer, so geht die Geschichte (am 11. Mai 1995) weiter …

LUSTIGER ABKLATSCH

Das ist Steve Reich. Er gilt als Pionier der Minimal Music und hat unter anderem ein Stück komponiert, für das lediglich zwei Handpaare benötigt werden.
Clapping Music wurde schon oft aufgeführt, auch im Internet gibt es diverse interessante Aufnahmen, darunter eine historische aus dem Jahr 1972, in der man Steve Reich (rechts) gemeinsam mit seinem Kollegen Russel Hartenberger bei konzentrierter Klatscharbeit beobachten kann.

Die wohl lustigste “Visualisierung” von Clapping Music ist allerdings zweifellos die hier unten, für die sich zwei begabte Scherzkekse namens George Manak und Peter van der Ham einer Szene aus Point Blank mit Lee Marvin and Angie Dickinson bedient haben. Unbedingt bis zu Ende gucken!

KUMMER MIT HALTUNG


Foto: hotel rocco

Das ist Felix Kummer von der sehr guten Band KRAFTKLUB. Heute ist die erste Single seines ersten Soloalbums erschienen. Sie heißt 9010, das ist die alte Postleitzahl seiner Geburtsstadt Karl-Marx-Stadt, die heute Chemnitz heißt und schlimme rechte Schlagzeilen gemacht hat. Deshalb ist es gut zu wissen, dass es dort Leute wie Felix Kummer gibt, die Haltung zeigen und Songs wie diesen machen.

SCHÖNE KRANKE KOMMUNIKATION


(Foto: Ari Marcopoulos)

Das sind die Beastie Boys. Vor genau 25 Jahren erschien ihr viertes Album Ill Communication. Aus diesem Anlass veröffentlichten die beiden noch lebenden Mitglieder Michael Diamond (Mike D) and Adam Horovitz (King Ad-Rock) eine kurze Doku, die Interviews und jede Menge Archivmaterial enthält, in dem zum Glück auch Adam (MCA) Yauch († 2012) zu sehen ist.

Und hier noch ein schönes Musikvideo von ganz früher.

Weiterführende Lektüre: Das sehr schöne Beastie Boys Buch PIZZA

SCHLIMM SCHÖN

Das ist einer dieser Greyhound-Busse, die gern von verlorenen Helden amerikanischer Filme benutzt werden. Meistens geht es in diesen Filmen um das Zurücklassen ungeliebter Vergangenheit und die Reise in eine ungewisse Zukunft. Auch in einem Musikvideo der amerikanischen Sängerin Beth Hart wird der Bus benutzt. Doch das Video erzählt trotz der guten Bilder nur halb so viel wie der Live-Mitschnitt hier unten. Da wird aus einem Vierminuten-Song trotz der schlechten Videoqualität ein abendfüllender Film.
Die Geschichte, die sie erzählt, ist ihre. Und sie tut weh.

SCHNEE IM APRIL

Das ist ein schönes altes Auto. Es steht in Tucson/Arizona und gehört Howe Gelb, der den Schnee in seiner trockenen und heißen Gegend so erstaunlich fand, dass er ihn in Zeitlupe gefilmt hat.

Ich habe dieses Video aus Howe Gelbs Internet geklaut und hier reingeklebt, weil:
– es toll ist
– Howe Gelb einer der großartigsten Musiker ist, die ich kenne
– heute vor drei Jahren Prince gestorben ist, der einen der schönsten und einsamsten Songs für einen fiktiven toten Freund geschrieben hat

PS: Prince soll den Song am 21. April 1985 aufgenommen haben, genau 31 Jahre vor dem Tag, an dem er starb.
PPS: Zufall
PPPS: Das ist das sehr gute neue Album von Howe Gelb.

TRUNKENES WEIHNACHTSMÄRCHEN

Das sind Kirsty McCall und Shane MacGowan, die gemeinsam für den Pogues-Song FAIRYTALE IN NEW YORK posen. Bevor der allerdings im Dezember 1987 veröffentlicht wurde, gab es zwei Jahre lang alle möglichen Irrungen und Wirrungen. Ursprünglich wollte Elvis Costello den Song über den irischen Einwanderer produzieren, der sein Heimweh am Weihnachtsabend in der Flasche versenkt. Ursprünglich sollte auch Cait O’Riordan den Song singen … Was noch alles passierte, bevor dieses schöne trunkene Märchen in die Welt kam, erzählt eine interessante Doku der BBC (in der man allerdings Shane McGowan sieht, wie man ihn vielleicht lieber nicht in Erinnerung behalten würde).

Und hier das fertige Video zum Song.

Weiterführende Informationen:
Open Culture