DIE VERLASSENE HAUPTSTADT

Das ist der U-Bahnhof Dimitroffstraße (Danziger Straße) in Prenzlauer Berg. Fotografiert von Günter Steffen an irgendeinem Sonntagmorgen in Ostberlin. In den 80er Jahren ist der Fotograf oft durch die Straßen seiner Stadt gestreift und hat sie menschenleer fotografiert. Er hat sich ein Objektiv aus Japan besorgt, von dem er sich gute Aufnahmen erhoffte. Doch das Objektiv legte über jedes seiner Bilder einen Schleier, der die Aufnahmen ganz unwirklich erscheinen lässt – wie eine dystopische Traumsequenz.
Jetzt sind die Fotos im Bildband DIE HAUPTSTADT – Ostberlin in den Achtzigern erschienen (Herausgeber: Günter Jeschonnek). Begleitet werden die Bilder durch Ausschnitte aus dem bedrückenden Roman WIR von Jewgeni Samjatin, der möglicherweise Aldous Huxley zu SCHÖNE NEUE WELT inspiriert haben könnte.

THOMAS BRASCH IM BABYLON

Foto: AKUD/Lars Reimann

Das ist das Kino Babylon. Dort fand vom 22.-24. November 2021 ein Thomas Brasch-Festival statt. Drei Tage Bühne, Film und Musik mit Katharina Thalbach, der Bolschewistischen Kurkapelle Schwarz-Rot, Masha Qrella und Jella Haase & Albrecht Schuch (die im Film LIEBER THOMAS von Andreas Kleinert die Hauptrollen spielen).
Der wundervolle Fotograf Lars Reimann war an allen drei Abenden dabei und hat Bilder gemacht, die wir hier unten zu einem Film zusammengeschnitten haben. Die Musik darunter ist von Miles Davis. Es war eines von Thomas’ Lieblingsstücken.

Der Film LIEBER THOMAS läuft immer noch im Kino …

KLEINE WELT

Das ist ein Picknick im Broccoliwald. Ausgedacht und gebaut hat diese Szene der japanische Künstler Tanaka Tatsuya. Kein Lebensmittel und kein scheinbar noch so profaner Alltagsgegenstand ist sicher vor seinen bizarren und verspielten Dioramen, mit denen er die von ihm selbst hergestellten Figuren zum Leben erweckt. So entsteht aus Wolle eine Bäckerei, ein Sushi-Menü verwandelt sich in einen Bahnhof und eine medizinischen Maske wird zum Schwimmbad.



Jeden Tag gibt es eine neue Szene in seinem Miniaturkalender, den man über die sozialen Kanäle auch abonnieren kann.
Und so arbeitet er:

BEING NOT JOHN MALKOVICH

© Sandro Miller courtesy Catherine Edelman Gallery, Chicago

Das ist Salvador Dalí. Aber nur auf den ersten Blick, denn in Wirklichkeit ist es John Malkovich, der das berühmte Porträt nachstellt, das der Fotograf Philippe Halsman 1954 von dem spanischen Maler gemacht hat.
Die Idee dazu hatte der Fotograf Sandro Miller, der sich mit diesem Projekt vor jenen Fotografen verbeugen wollte, die ihn inspiriert und seine Karriere geprägt haben. Als er vor ein paar Jahren seinen langjährigen Freund John Malkovich fragte, ob er mitmachen würde, sagte dieser sofort zu. So entstand eine brillante Serie von 35 Nachbildungen ikonischer Porträts mit Malkovich in den Rollen von John Lennon, Bette Davis, Che Guevara, Ernest Hemingway, Marilyn Monroe, Andy Warhol und vielen anderen …








MENSCHEN AM SONNTAG

Das ist die Straße des 17. Juni in Berlin. Sie ist menschenleer, so wie auch all die anderen Orte, die der Fotograf und Filmproduzent Peter Hartwig fotografiert hat. Er nennt die Serie “Menschen am Sonntag” – ein sehr schöner melancholischer Titel für Bilder, in denen man die Stille sehen kann.