BREAKING RAMEAU

Das sind Leute, die einem Mann bei einem gekonnten Breakdance-Move zuschauen. Was aussieht wie eine Szene von heute, gehört zur Choreographie für die barocke Ballettoper LES INDES GALANTES von Jean-Philippe Rameau. Die Inszenierung hatte im Herbst letzten Jahres in Paris Premiere, und allein diese Szene ist so ungewöhnlich und atemberaubend, dass man die Musik dazu sofort in Dauerschleife hören möchte.
Die komplette Aufzeichnung der Inszenierung gibt es noch bis Oktober in der ARTE-Mediathek.

Und noch ein “Point of View”-Kurzfilm, der während der Proben entstanden ist.

WOVON LEBT DER MENSCH

Das ist ein Bild aus New York. Ich habe es gemacht, als ich vor zwei Jahren für einige Wochen dort war. Es war eine gute Zeit – das sehe ich, wenn ich mir die Bilder von damals anschaue. Es war Frühling, so wie jetzt. Und doch sind es Bilder wie aus einem anderen Zeitalter. Das wurde mir besonders klar, als ich vor kurzem einen Text von Marie Pohl las. Sie lebt in New York und erzählt, wie sie ihre Stadt in den letzten Wochen erlebt hat.
Als ich dann durch Zufall vor ein paar Tagen den Brecht/Weill-Song “Wovon lebt der Mensch” aus der Dreigroschenoper in einer Version von Tom Waits gehört habe, dachte ich, das gehört alles zusammen …

Und hier das Original, 1958 gesungen von Lotte Lenya:

Und dann heute die New York Times

GREENFIELDS

Das sind Vater und Sohn. Sie leben in einer Stadt, die durch Totalitarismus und umweltverschmutzende Industrie beherrscht wird. Eines Tages fällt den beiden ein Flugblatt in die Hände, das ihnen ein besseres Leben verheißt …

NACHRICHTEN AUS BERLIN

Das ist der Himmel über Berlin. So sieht er heute aus, aber so könnte er auch ausgesehen haben, als der polnische Autor Antoni Graf Sobański von 1933 bis 1936 als Reporter durch Deutschland reiste, um zu sehen und zu beschreiben, wie sich dieses Deutschland, das er aus der Ferne immer geliebt und bewundert hat, nach Hitlers “Machtergreifung” verändert.
Seine Aufzeichnungen haben die Schauspieler des Projekts Neues Künstler Theater zu einer literarischen Miniserie verdichtet, in der Sobánskis Texte mit stillen Bildern von heute und der Musik von damals unterlegt werden. Schön und verstörend zugleich. Hier ist Teil 1:

42 SEKUNDEN

Das ist ein Augenblick. Er gehört zur Geschichte des Kurzfilms LAST DAY DREAM von Chris Milk. Der Amerikaner macht hauptsächlich Musikvideos, doch hier erzählt er die Geschichte eines Lebens, und zwar aus der Perspektive dessen, der es gelebt hat. Vom Anfang bis zum Ende. In nur 42 Sekunden. Berührend.

VERFLUCHTER HALBGOTT!

Das ist der Halbgott Tantalos. Die Götter mochten ihn, weil er so klug war und luden ihn zu sich ein. Er feierte mit ihnen, wurde jedoch schnell übermütig, prahlte und klaute ihnen Nektar und Ambrosia, die ihnen Unsterblichkeit verliehen. Bei einer Gegeneinladung setzte Tantalos den Göttern seinen eigenen Sohn Pelops als Mahl vor, um ihre Allwissenheit auf die Probe zu stellen. Die Götter bemerkten den Betrug jedoch, verstießen den Frevler und verfluchten ihn und seine Familie. Jeder seiner Nachfahren solle künftig ein Familienmitglied töten und weitere Schuld auf sich laden.
Aus der ganzen verfluchten Geschichte hat das Sprechkunst-Kollektiv Dlé (bestehend aus Kemo, Jackson Mehrzweck und Jaques Tabaqu) vor ein paar Jahren ein betörend schönes HipHop-Werk geschaffen.

HUMAN

Das ist ein Fischer auf dem Léfini River im Kongo. Das Bild hat der französische Fotograf und Filmemacher Yann-Arthus Bertrand gemacht. Es ist schon eine Weile her, dass er zwei Jahre lang mit einem Filmteam durch die Welt gereist ist, sie von oben filmte und Interviews mit zweitausend Menschen geführt hat.
Was ist dein Schmerz, dein Zorn, deine Hoffnung – das waren die Fragen, die er ihnen gestellt hat. Er sagt, er habe gelernt, dass unsere Spezies voll von Menschlichkeit und Empathie sei. Doch genauso trügen wir die Fähigkeit zur Grausamkeit in uns. Und dass man wählen könne, wofür man sich entscheide.
HUMAN heißt der ebenso berührende wie verstörende Film, der vor ein paar Jahren im Kino lief, und den man hier in deutscher Sprache sehen kann. Das ist der Trailer.